Archiv für die Kategorie ‘wichtige Städte’

Bad Harzburg

Dienstag, 28. Juni 2011

Die Stadt Bad Harzburg liegt im Landkreis Goslar und geografisch betrachtet am nördliche Rande des Harzes. Die Landesgrenze zwischen den beiden Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen führt durch dieses Gebiet. Diese Grenze stellte auch bis 1990 die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) dar. Die Staatsgrenze verlief genau über den Gipfel des höchsten Berges im Harz, den Brocken.

Um das Jahr 780 soll der Legende nach von Karl dem Großen auf dem nahen Hartesberg eine Kapelle gebaut worden sein. Dies lässt sich allerdings nicht mehr nachweisen. Gesichert jedoch ist, dass im Jahre 916 ein Stift gegründet wurde. Knapp 50 Jahre später ließ Heinrich IV. hier eine Burg errichten, die Harzburg. Im 16. Jahrhunderts wurde eine Solequelle entdeckt, mit welcher eine Saline betrieben wurde. Die Stadt am Fuße der Harzburg trug bis zum Ende des 19. Jahrhunderts den Namen Neustadt. Erst als der Betrieb der Saline eingestellt wurde und das mineralhaltige Wasser aufgefangen wurde entwickelte sich hier ein florierender Kur- und Badebetrieb. Die Stadt gab sich bald selbstbewusst den Namen Bad Harzburg, was im Jahre 1896 auch behördlich anerkannt wurde. Bis dahin waren in der Stadt schon längst elegante Hotels entstanden, eine Pferderennbahn durfte natürlich auch nicht fehlen ebenso wenig wie ein Spielcasino. Eine gehörige Zahl von Kuranlagen rundeten das Bild des Kurortes Bad Harzburg ab.

Die Stadt erlangte im Jahre 1931 überregionale Bedeutung, als hier die sogenannte Harzburger Front aufmarschierte, eine Vereinigung von rechtsextremen Verbänden und Parteien unter der Führung von Alfred Hugenberger. Die Teilnahme daran machte Adolf Hitler in deutschnationalen konservativen Kreisen salonfähig und galt als ein großer Schritt zur zwei Jahre später stattfindenden Machtergreifung.

Gemeinsam mit seinem Stadtteil Harlingerode gehört Bad Harzburg zu einer der ältesten Industrieregionen in Europa. Heute haben hier Recyclingbetriebe ihren Standort, vertreten sind auch Betriebe der Metallaufarbeitung und Metallweiterverarbeitung ebenso wie Automobilzulieferer. Im nahe gelegenen Steinbruch im Radautal wird bis heute Gabbrogestein gebrochen.

Wernigerode

Freitag, 04. März 2011

Das sachsen-anhaltinische Städtchen Wernigerode liegt am östlichen Rand des Harzes und ist quasi die Pforte zum Gebirge. Es beherbergt etwa 35 000 Einwohner, die auf einer Fläche von knapp über 170 Quadratkilometern leben. Auf dem Gebiet Wernigerodes befindet sich auch der Gipfel des Brockens, dem mit 1141 m höchsten Berg des Harzes. Dieser stellt gleichzeitig die Wasserscheide in dieser Region zwischen den Bach- und Flusssystemen der Elbe und der Weser dar. Die für viele Gemeinden und Städte in dieser Gegend im Städtenamen typische Endung „-rode“ weist darauf hin, dass der Harz und sein Vorland einstmals von dichtem Wald bestanden war, der vor und während der Ansiedlung von Menschen gerodet werden musste.

In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts bereits wurde der hiesigen Ansiedlung das Stadtrecht verliehen. Die Stadt war seitdem der Sitz mehrerer Grafen und wurde im Dreizigjährigen Krieg von Bränden und Plünderungen heimgesucht. Anfangs des 18. Jahrhunderts musste dann Wenigerode die Oberhoheit Preußens anerkennen. Anfang des 19. Jahrhunderts wiederum war die Stadt für einige wenige Jahre in das Königreich Westphalen eingebunden. Einen wesentlichen Aufschwung erlebte sie durch die industrielle Revolution, die hier Mitte/Ende des neunzehnten Jahrhunderts ihren Einzug hielt. Solche Wirtschaftszweige wie Werkzeug- und Maschinenbau, Elektromotorenbau, Pharmazeutische Unternehmungen sowie Süßwaren- und Schreibwarenhersteller ließen sich in der Stadt und ihrer Umgebung nieder.

Nennenswerte touristische Bedeutung erlangte die Stadt Wernigerode eigentlich erst in den Zeiten nach der deutsche Wiedervereinigung. Dabei hat sie viele Attraktionen zu bieten. Niedersächsische Fachwerkhäuser prägen einen großen Teil des Stadtkernes. Über der Stadt thront das neugotische Schloss und ist schon aus der Ferne zu sehen. Die Harzer Schmalspurbahn führt von Wernigerode über Schierke und den Brocken bis nach Nordhausen. Neben den landschaftlichen Schönheiten im Umfeld der Stadt hat diese durchaus museale und kulturelle Einrichtung von hohem Niveau vorzuweisen, so dass der Tourismus nicht nur auf den Landschaftstourismus beschränkt bleiben muss. Beliebt ist auch der Familienurlaub in einer Ferienwohnung. Wernigerode bietet für alle etwas – egal ob groß oder klein.