Geologie des Harzes

04. Januar 2011

Der Harz wurde bis in das Mittelalter hinein „Hart“ genannt, was so viel wie „Bergwald“ bedeutet. Er ist das geologisch wohl vielfältigste aller deutschen Mittelgebirge und basenarme Gesteine überwiegen bei Weitem. Während des Paläozoikums fand im Karbon die Bildung des Variskischen Gebirges statt. In dieser erdgeschichtlichen Zeit entstanden in Europa viele Hochgebirge, die bis zu 4000 m aufragten. Zu Ihnen zählen auch das Fichtel- und das Rheinische Schiefergebirge, die durch erosive Einflüsse bis auf Ihre jetzige Höhe wieder abgetragen wurden. Der Harz allerdings wurde als Ganzes durch tektonische Einwirkungen angehoben, wobei während der subherzynen Phase vor etwa 83 Millionen Jahren die dramatischste Aufwärtsbewegung vonstatten ging. Damals wurde der Nordrand des Gebirges steil aufgerichtet und eine Störungszone bildete sich heraus, die so genannte Harznordrandverwerfung.

Die Form des Gebirges wird deshalb auch als Pult- oder Schollengebirge bezeichnet, das nach Nordosten und Westen und steil abfällt und in sich südlicher Richtung allmählich abflacht. Der Harz wird von vielen tiefen Tälern durchfurcht. Im nördlichen Vorland des Gebirges hat die Subhercyne Mulde kreidezeitliche Schichten hinterlassen. Am südlichen Rand des Harzes haben sich permische Sedimente abgelagert. Die Verwerfung des Harzrandes hat senkrechte oder sogar überkippende geologische Schichten hinterlassen und zeichnet sich durch eine ungeheure und häufig wechselnde geologische Vielfalt aus. Dieses Gebiet am Harzabbruch wir auch gern als „Klassische Quadratmeile der Geologie“ bezeichnet.

Um Elbingerode herum befinden sich bedeutende Vorkommen von Kalkstein, die wirtschaftlich durchaus von Bedeutung sind.

Kyffhäuser

03. November 2010

Das Kyffhäuser Bergmassiv ist ein unweit des Harzes in südöstlicher Richtung gelegenes Mittelgebirge mit einer Höhe von etwa 480 m. Es besteht keine Einigkeit, ob es noch dem Harz zugerechnet werden kann. Dennoch soll hier über das Kyffhäusergebirge und seine Sehenswürdigkeiten berichtet werden.

Der Kulpenberg mit 473 Metern ist die höchste Erhebung des Kyffhäysermassivs, dessen größter Teil mit Wald bedeckt ist. Die Süd- und Westhänge jedoch weisen unbewaldete Flächen auf. Dies ist auf Grundwassermangel zurückzuführen, da der Untergrund sehr gipshaltig und stark verkarstet ist.

Der Kyffhäuserburgberg ist Anziehungspunkt für viele Touristen. Auf seinem Gipfel trägt es das Kyffhäuserdenkmal, auch Barbarossadenkmal genannt. Dieses Monumentaldenkmal ist 81 Meter hoch und wurde vom selben Architekten entworfen, der auch das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig erbaut hat. Von der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen sind hier auch noch Reste erhalten, unter anderem der mit 176 Metern tiefste Burgbrunnen der Welt.

Der Kyffhäuser ist vor allem Mittelpunkt einer Sage um den Kaiser Friedrich dem Ersten. Dieser Kaiser trug ob seines roten Bartes den Beinamen Barbarossa. In einer seinen Namen tragenden Höhle des Berges soll der Sage nach eben jener Kaiser mit seinen Getreuen schlafen um einst zu erwachen und das Deutsche Reich zu einer neuen Herrlichkeit und Macht zu führen. Es mag belustigend klingen, aber im Mittelalter gaben sich immer wieder diverse Hochstapler als wieder auferstandener Barbarossa aus. In Wahrheit ist der Kaiser im Jahre 1190 während der Kreuzzüge in einem Fluss ertrunken. Im neunzehnten Jahrhundert wurden mit dieser Sage politisch aktuelle Forderungen verbunden, die die Sehnsucht nach einem starken Nationalstaat beinhalteten. Die Sage hielt auch in Volksmärchen Einzug und wurde von Heinrich Heine in „Deutschland ein Wintermärchen“ persifliert. Später wurde das Denkmal auch als Symbol imperialen Machtstrebens des Kaiserreiches gewertet.